Frauen und Fußball – EM-Abseits Woche 1

EM-Abseits BloggerAls ich mich zur Bloggeraktion EM-Abseits angemeldet habe, habe ich von meinem Mann und meinemSohn erstaunte Seitenblicke geerntet. Meine Versicherung man dürfe auch mitmachen, wenn man keine oder nur wenig Ahnung von Fußball hat, machte die Sache auch nicht besser :-) Mein Sohn schüttelte immer noch ganz verständnislos den Kopf und wird das auch sicher weiterhin tun *gg*

Ich gebe es deshalb auch gern gleich beim ersten Posting zu dieser Aktion zu – ich habe von Fußball und den Regeln wirklich kaum keine Ahnung. Alles was ich weiß ist :

Es gibt 22 Spieler, 2 Tore und die Mannschaft die  in 90 Minuten die meisten Tore geschossen hat, hat gewonnen – und war somit die bessere Mannschaft. Ah ja, wer tritt, schubst oder dem Schiedsrichter den Stinkefinger zeigt, darf nicht mehr mitspielen. Eigentlich gar nicht so kompliziert, oder?

Ich schau mir natürlich auch Länderspiele zur WM oder EM an und meistens auch einen Teil der Sportschau am Samstag, letzteres liegt aber daran, dass wir ein altmodischer Haushalt sind und nur einen Fernseher haben :-)

Außerdem finde ich gut gebaute Männer die sich total verausgaben, sich freuen wie die Kinder oder sich auch manchmal aufregen wie die Kinder einfach niedlich – okay, manche finde ich auch durchaus sexy :-)

Was ich gar nicht verstehen kann, ist die Aufregung die hier im Hause herrscht, wenn im Fernsehen Fußball läuft. Ich lerne völlig neue Schimpfwörter, frage mich warum ein Spieler der in der letzten Saison (laut meinem Sohn jdenfalls) vollkommen super war jetzt die allerletzte Lusche ist. Liegt es vielleicht daran, das er jetzt nicht mehr beim BVB spielt? Vielleicht fehlt ihm ja einfach die gewohnte Umgebung? Aber ich bin mir sicher das wird schon wieder tröste ich und ernte damit schon wieder vernichtende Blicke.

Komisch, ich dachte immer Fußball sei ein Hobby und ein Hobby dient ja eigentlich der Entspannung und dem Ausgleich, mir scheint, irgendwas habe ich da völlig falsch verstanden. Da ich aber immer gerne alles ganz genau weiß, habe ich ein bisschen recherchiert um was es denn eigentlich beim Fußball geht und habe dazu ein Zitat eines ehemaligen Trainers vom FC Liverpool gefunden

Manche Leute halten Fußball für eine Sache von Leben und Tod. Ich kann Ihnen versichern, es ist sehr viel wichtiger als das.  Bill Shankley

Hmm…mit so philosophischen Betrachtungen habe ich beim Thema Fußball gar nicht gerechnet. Ich dachte immer es ginge um Sport und darum herauszufinden, weche Mannschaft die bessere ist?

Beim Thema Fußball muss ich wohl noch eine Menge dazulernen. Oder bediene ich lieber weiter das Klischee zum Thema “Frauen und Fußball”, freue mich an Trainern die am Spielfeldrand völlig ausflippen, egal ob vor Freude am Spiel oder aus Wut über den Schiedsrichter, warte auf den Trikottausch am Ende eines Länderspiels und daran das meine Männer hier zu Hause einmal in der Woche kurzfristig wieder zu Kindern werden?

Ich habe mich entschieden – ich bleibe lieber beim Klischee! Erstens habe ich mich längst daran gewöhnt und zweitens macht es viel mehr Spaß!!

 

16 thoughts on “Frauen und Fußball – EM-Abseits Woche 1

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  4. [...] Vielleicht fehlt ihm ja einfach die gewohnte Umgebung? [...]

    Wie bei meinen Vorgängern auch: Das ist der beste Satz überhaupt.
    Die Frage nach den 180°-Wendung der Spielerleistung kann man nicht besser und treffender beantworten.
    Anders ist das nicht erklärbar.
    Oder das alles hat mit Geld zu tun. Zu viel davon macht faul …

    Beste Grüße aus Berlin
    Timm

  5. Du beschreibst das Szenario bei Euch zu hause sehr humorvoll! Gefällt mir sehr gut! ;-) auch weil ich mich da ein bisken an mich erinnert fühle *g*
    Freue mich auf deine weiteren Beiträge
    Grüßle Susanne

  6. Süss: “Vielleicht fehlt ihm ja einfach die gewohnte Umgebung?” :D

    Mein Vater ist Bayern-Fan durch und durch, allerdings lässt meine Mum ihn nur vor den TV und nicht ins Stadion, weil sie schon froh ist, wenn er daheim ohne grössere Schäden wieder von der Couch aufsteht. Sie hat schlichtweg Angst, dass er im Stadion einen Herzinfarkt erleiden könnte.

    Wenn wir meine Eltern besuchen, kann ich während der Fußballübertragung nicht im Wohnzimmer sitzen, das, was da abgeht, ist sogar für mich zu heavy…

    LG
    Daggi

  7. Ich bin dann mal sehr froh, das Du meine Ausbrüche gestern in der 90 Minute beim Top-Spiel der zweiten Liga nicht mitbekommen hast :-) Das wäre sicher auch befremdlich gewesen.

  8. @ Marc stimmt…. so wie beim Fußball fiebert mein Sohn sonst auch nirgends mit, noch nicht mal bei seinen eigenen Prüfungen

    @finestads Randalierer und Schläger zählen für mich eher nicht zu den Fußballfans

    @Mella Klischees können eben durchaus auch Spaß machen

  9. Fußballfan zu sein ist kein Hobby, das der Entspannung dient. Als Kölner spreche ich da leider aus Erfahrung. ;-)
    Das tolle daran ist, dass die Fronten beim Fußball sauber geklärt sind. Es gibt das eigene Team und die Gegner. Wo sonst im Leben ist diese Unterscheidung so einfach.
    Gruß
    Fulano

    • Als Dortmunder ist mein Sohn da im Moment relativ entspannt, aber ich weiß grad nicht wie es meinem Mann da so mit Nürnberg geht?? Aber das mit den Fronten ist tatsächlich ziemlich einfach :-)

  10. Hallo,
    kann Marc nur rechtgeben. Ohne Emotionen wäre Fußball fad, ABER es muss Grenzen geben. Was zB. teilweise in den Stadien abgeht ist schon sehr zweifelhaft . . .
    Lg, finestdads

  11. Emotionen und Fußball gehören einfach untrennbar zusammen. Meine Liebste – und auch meine Mum – haben jedes Mal tierisch Sorgen, wenn ich vor dem Fernseher mitfiebere, mitbrülle und “alles aus mir raus lasse”.

    Das hängt wahrscheinlich damit zusammmen, dass ich sonst nicht so der emotionale Typ bin, aber beim Fußball ist das ganz anders :-)

  12. Du sprichst mir aus der Seele. Fußball ist der einzige Punkt, an dem mein sonst so ausgeglichener und ruhiger Mann den Fernseher anschreit, doch endlich mal loszurennen. Als ob der das könnte ;-)
    Aber das sind auch für Frauen wirklich immer schöne Momente in der Woche, wenn sich die Herren im Haus vor dem Fernseher versammeln und richtig mitfiebern. Und ich höre mir dann lustige Namen und Wortspiele an, begutachte die Trikots und die Körper darunter und achte sogar manchmal auf die komische Bandenwerbung….
    Dann gehöre ich wohl auch zu den Klischees.

    Mella

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