EM kritisch gesehen – EM Abseits Woche 14

EM-Abseits Blogger

In dieser Woche haben unsere Trainer uns die Qual der Wahl gelassen welches Thema wir bearbeiten. Zur Wahl standen Fußballpannen und eben kritische Worte zur EM.

Lustige Pannen gibt es sicherlich reichlich und die eine oder andere wurde auch bei den vorangegangenen Themen schon behandelt und so dachte ich mir, ich könnte mich mit der Kritik am Austragungsort Ukraine beschäftigen.

Anfangs drehte sich diese Kritik hauptsächlich darum, wie in der Ukraine mit den streunenden Tieren in den Städten verfahren wurde (oder wird?) und besorgte und empörte  Tierschützer machten diese sog. “Straßensäuberungsmaßnahmen” publik. Zahlreiche Videos machten via Facebook, Twitter und YouTube die Runde und auch auf etlichen Fernsehsendern bekam man Bilder zu sehen, die einem wirklich den Magen umdrehten.

Mittlerweile hat sich das anscheinend wieder gelegt, was wohl weniger daran liegt, dass es diese Säuberungsaktionen nicht mehr gibt, sondern das sich das Hauptaugenmerk auf Frau Timoschenko verlagert hat. Ob Julija Timoschenko nun zu Recht oder Unrecht verurteilt worden ist und wie ihre Haftbedingungen nun tatsächlich sind kann ich definitiv nicht beurteilen – dafür reichen Zeitungsberichte nicht aus.

Aber der ganze Rummel um ihre Person in Verbindung mit der EM hat  dazu geführt, dass die Medien sich ziemlich ausgiebig mit der Situation der Regimegegner oder Regimekritiker in der Ukraine beschäftigen und mehr Menschen darauf aufmerksam gemacht werden, wie wenig dort die Menschenrechte beachtet werden.

Ich bezweifel, dass das die Absicht der UEFA war als die Wahl 2007 auf die Ukraine und Polen fiel, aber der Effekt ist dennoch da und ich hoffe es nutzt den sicherlich überwiegend normalen und netten Menschen in der Ukraine etwas.

Die EM zu boykottieren halte ich persönlich für den falschen Weg.  Das hätte man sich  etwas eher überlegen müssen, die Probleme dort sind  ja nun nicht neu oder waren vorher nicht bekannt.

Etwas naiv finde ich hingegen die Vorstellung als Besucher statt die EM zu boykottieren vor Ort seinen Protest kund zu tun. Es tut mir leid, aber ich wäre nicht so gerne Zellennachbar von Frau Timoschenko und ich denke den meisten anderen Menschen geht es ebenso.

Aber man kann seinen EM -Besuch bestimmt dazu nutzen, sich dort mal, möglichst unvoreingenommen, umzusehen, mit Leuten ins Gespräch zu kommen und sich seinen eigenen Blickwinkel zu verschaffen und dann darüber zu Hause zu berichten.

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Tina

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Kommentare (5) Schreibe einen Kommentar

  1. Demonstrationen von Fans und Co finde ich auch als falschen Weg. Vor allem einer, der nicht ehrlich rüber kommt, zumindest bei mir nicht.
    Dein Vorschlag hingegen ist super und macht Sinn. Informationen einholen, Land und Leute so gut wie es geht kennen lernen und einen Blick über den Tellerrand hinaus werfen.
    Dann können wir aus der “ferne” vielleicht auch besser einschätzen, ob in den Medien nur polarisiert wird oder ob es echt so schlimm ist.

    LG Mella
    (ich glaube nicht, dass die UEFA, das damals beabsichtigt hattte)

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  2. Ich glaube nicht, dass das hochhalten eines Schildes im Stadion gleich eine Verhaftung hinter sich her zieht, aber das ist ja auch keine eigentliche Demonstration. Zeigen, das man nicht mit dem Handel der Ukrainischen Regierung einverstanden ist, kann man als Zuschauer jedoch durchaus, denn Schweigen bedeutet Zustimmung. Und wenn es nur ein kleiner Button an der Kleidung ist, die man trägt, irgendwie muss man es auch im kleinen zum Ausdruck bringen. Unvoreingenommen umsehen und gut darüber zu berichten ist auch eine sehr gute Möglichkeit Informationen zu geben, da hast Du vollkommen recht.

    Liebe Grüße

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  3. Da hast du einen sehr guten kritischen Beitrag geschrieben – Danke! – Nur ob mit “nur” Beobachten etwas an der Situation geändert wird, wage ich zu bezweifeln.
    Allerdings ist es – meiner Meinung nach – nicht Aufgabe eines EM-Besuchers die Landesbedingungen zu ändern – Danke für ´Deinen Beitrag! Grüßle Susanne

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